Unsere Tipps für eine entspannte Kitasuche

Viele Eltern wissen nicht: Das Recht auf eine Kinderbetreuung ist gesetzlich im VIII Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfegesetz – § 24 geregelt. Hier ein Auszug:

(1) Ein Kind, das das erste Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist in einer Einrichtung oder in Kindertagespflege zu fördern, wenn diese Leistung 1.) für seine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit geboten ist oder 2.) die Erziehungsberechtigten

a) einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder Arbeit suchend sind,
b) sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder
c) Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Zweiten Buches erhalten.

Der Umfang der täglichen Förderung richtet sich nach dem individuellen Bedarf.

(2) Ein Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege.

(3) Ein Kind, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, hat bis zum Schuleintritt Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben darauf hinzuwirken, dass für diese Altersgruppe ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen zur Verfügung steht. Das Kind kann bei besonderem Bedarf oder ergänzend auch in Kindertagespflege gefördert werden.

(4) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe oder die von ihnen beauftragten Stellen sind verpflichtet, Eltern oder Elternteile, die Leistungen nach den Absätzen 1 bis 4 in Anspruch nehmen wollen, über das Platzangebot im örtlichen Einzugsbereich und die pädagogische Konzeption der Einrichtungen zu informieren und sie bei der Auswahl zu beraten.

Haben Eltern Ihren Bedarf nachgewiesen und wie in Berlin einen Kitagutschein in der Hand, dann haben Sie, sollte kein Platz zur Verfügung stehen und auch das Jugendamt keinen vermitteln kann, die Möglichkeit zu klagen, wie in Leipzig geschehen.

Auch wir haben nicht den perfekten Plan für die erfolgreiche Suche eines Kitaplatzes, möchten Euch jedoch 5 Tipps auf dem Weg geben, die Euch dies erleichtern können:

Unsere 5 Tipps zur Kitasuche

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Harte Fakten

Wichtig ist den Kitas vor Allem, wie alt das Kind ist, wann es mit der Betreuung losgehen soll, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist und wie es mit dem Kita-Gutschein steht. Schreibt dies also ganz deutlich und schnell lesbar in die Emails.

Kitastandort

Schaut Euch nicht nur in Eurer Wohnortnähe, sondern auch in der Nähe des Arbeitsplatzes um. Das entspannt die Suche etwas. Oft sind die Arbeitsorte nicht ganz so heiß begehrt, wie die Wohnbezirke. Achtung: Einige Kitas in Berlin nehmen nur Kinder aus dem selben Bezirk auf, in dem sie wohnen.

Steckbrief

Kurz vorbei gehen, finden viele Kitas (vor allem die kleinen Kinderläden) super doof, weil es den Kita-Alltag stört, in dem die Erzieher schon genug um die Ohren haben. Ruft am besten zur Mittagsruhe an oder schreibt eine Email bzw. nutzt die Kontaktformular.

Wartelistenparadoxon

Auch wenn das wirklich eine doofe Sache mit den 100 Wartelisten ist, auf die sich alle setzen lassen, so haben wir noch nie jemanden erlebt, der zum Anfang des neuen Kitajahrs gar keinen Platz keinen Platz gefunden hat. Fragt am besten im April/Mai noch einmal bei Euren Favoriten nach, denn in der Zeit planen sie gerade das neue Jahr. Wenn ihr im laufenden Kita-Jahr sucht, wird es schon etwas schwieriger. Plant hier am besten einen Puffer bei der Elternzeit ein.

Projektmanagement

Macht eine Liste mit Kitas, die ihr angeschrieben habt, mit aktuellem Stand, setzt Euch Termine für Nachfragen und aktualisiert die Liste regelmäßig. Das klingt vielleicht etwas „over the top“, aber so habt ihr es aus Eurem Kopf, schafft Euch immer kurzes fokussierte Momente für die Suche und fühlt Euch nicht so dauerbelastet.